Mittwoch, 16. August 2017

Stadt Offenbach reduziert Anzahl der legalen Spielhallen



In Offenbach wird es in Zukunft weniger Spielhallen und Geldspielautomaten geben. Bereits 2012 hat Hessen die Regelung für die Vergabe von Lizenzen für Spielhallen deutlich verschärft.
Mit dem Hessischen Spielhallengesetz soll die Zahl der Spielangebote verringert werden, um dem Entstehen einer Spielsucht entgegen zu wirken. Gleichzeitig wurde ein Spielersperrsystem eingeführt, um Spielsüchtige von der Teilnahme an Spielen auszuschließen. Zum 30.06.2017 lief nun die vom Gesetz eingeräumte Übergangsfrist aus, die den Weiterbetrieb der im Jahr 2012 bereits bestehenden Spielhallen für fünf Jahre garantierte.

Rechtzeitig vor Ablauf der Übergangsfrist hat das Ordnungsamt neue Bescheide über die Genehmigung des Spielbetriebs nach den aktuell geltenden Rechtsvorschriften an die Offenbacher Spielhallenbetriebe gesendet. Die deutlich strengeren Bestimmungen verringern die Zahl der ansässigen Betriebe drastisch. Gab es im Jahr 2016 noch 39 konzessionierte Spielhallen, so sank die Zahl im Laufe des Jahres 2017 bereits auf 27 Betriebe. Im Jahr 2018 werden es dann nur noch 22 erlaubte Spielhallen sein. Dies entspricht einer Verringerung um rund 43 Prozent. Ebenso deutlich fällt die Verringerung bei der Anzahl der aufgestellten Geldspielgeräte aus. Gesetzlich ist in jeder konzessionierten Spielhalle die Aufstellung von maximal 12 Geräten erlaubt. Demzufolge betrug die maximal zulässige Anzahl der Automaten im Jahr 2016 noch 468. Im Laufe des Jahres 2017 wird diese Zahl auf 324 Geräte sinken, um dann im Jahr 2018 bei 264 Geldspielgeräten anzukommen.

Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Schneider begrüßt diese Entwicklung und sieht die von der Stadt getroffenen Veränderungen als richtigen Schritt zum Schutz von gefährdeten Menschen vor der Spielsucht. Der Stadt ist es gelungen, die Ziele, die seinerzeit bei der Verabschiedung des Hessischen Spielhallengesetzes eine wesentliche Rolle gespielt haben, eindrucksvoll umzusetzen. Dass die deutliche Verringerung der Zahl der Geldspielgeräte auch einen Einfluss auf die Einnahmen der Stadt bei der Spielapparatesteuer haben wird, darf, so Schneider, beim Schutz von Menschen vor den Gefahren der Spielsucht keine Rolle spielen.

Offenbach am Main, 8. August 2017

Quelle

Dienstag, 15. August 2017

VG Wiesbaden: Spielhalle im Wiesbadener Hauptbahnhof muss schließen

VG Wiesbaden, 31.07.2017 - 5 L 3868/17.WI   

Pressemeldung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden:

Verwaltungsgericht Wiesbaden
URL: https://vg-wiesbaden-justiz.hessen.de
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Spielhalle im Wiesbadener Hauptbahnhof muss schließen

Wiesbaden, 07.08.2017
Nr. 07/2017

Mit Beschluss vom 31.07.2017 hat die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Wiesbaden (Az. 5 L 3868/17.WI) den Eilantrag eines deutschlandweit tätigen Spielhallenbetreibers abgelehnt, mit dem dieser den vorläufigen Weiterbetrieb seiner beiden Spielstätten im Wiesbadener Hauptbahnhof erreichen wollte.

Der Antragsteller unterhielt im Wiesbadener Hauptbahnhof zwei Spielhallen, für die seit 2005 Betriebserlaubnisse bestanden, die zum 30.06.2017 ausgelaufen sind. Nachdem die Stadt Wiesbaden auf seine Anträge vom Februar und April 2017 nur für eine der Spielhallen eine Konzession erteilt hatte, wandte der Antragsteller sich in das Verwaltungsgericht. Sein am 16.06.2017 gestellter Eilantrag zielte auf die vorläufige Fortsetzung des Betriebs auch der zweiten Spielhalle ab.

Das Verwaltungsgericht stützte sich in seiner ablehnenden Entscheidung auf die Vorschriften des hessischen Spielhallengesetzes und des zwischen den Bundesländern abgeschlossenen Glücksspielstaatsvertrags vom 15.12.2011. Das hessische Spielhallenrecht sehe seit 2012 vor, dass Spielhallen nicht mehr im baulichen Verbund, also in unmittelbarer Nachbarschaft in demselben Gebäude, betrieben werden dürften, sondern vielmehr ein Mindestabstand von 300 m zu wahren sei. Zwar sehe das Hessische Spielhallengesetz Ausnahmen vor, wenn im Einzelfall ein negativer Einfluss auf das Ortsbild (so genannter Trading-Down-Effekt) nicht zu befürchten sei und durch den optischen Eindruck für potenzielle Kunden kein zusätzlicher Anreiz wegen der Größe und der vermuteten Vielzahl an Spielgeräten geschaffen werde. Das sei im Fall des Wiesbadener Hauptbahnhofs aber gerade nicht der Fall. Vielmehr würden die beiden Spielhallen nur durch eine Trennwand im Innenbereich separiert und von außen faktisch als eine große Spielhalle wahrgenommen. Auch liege kein Härtefall vor. Dass der Antragsteller in den letzten Jahren erhebliche Summen in seine Spielhallen investiert und erst 2014 den Pacht- und Mietvertrag um 10 Jahre verlängert habe, nun aber durch den Ablauf der Konzession seine Aufwendungen nicht mehr amortisieren könne, sei sein eigenes Risiko gewesen. Mit dem Abschluss des Glücksspielstaatsvertrages von 2011 und der dadurch notwendigen Änderung des hessischen Spielhallenrechts im Jahr 2012 sei absehbar gewesen, dass sämtliche Konzessionen spätestens zum 30.06.2017 aus-laufen und nur noch unter erheblich strengeren Anforderungen neu erteilt werden würden. Etwaige Investitionen seit Ende 2011 seien daher stets unter dem Risiko erfolgt, dass eine der beiden Spielhallen ab 01.01.2017 nicht mehr betrieben werden darf. Dass die Spielhalle unter diesen Umständen geschlossen werden müsse und Arbeitsplätze verloren gingen, sei eine vom Gesetzgeber gewollte Folge der Regelung im Glücksspielstaatsvertrag und im Spielhallengesetz, um Spielsucht effektiv zu bekämpfen. Die zugrunde gelegten Vorschriften seien, wie das Bundesverfassungsgericht im März 2017 festgestellt habe, auch verfassungsgemäß. Der Gesetzgeber dürfe den Schutz der Spieler höher gewichten als die wirtschaftlichen Interessen der Spielhallenbetreiber. Auch sei als Ausgleich für die drohenden Betriebsschließungen eine 5-jährige Übergangsfrist eingeführt worden, die nunmehr auslaufe.

Gegen den Beschluss der Kammer ist die Beschwerde zum Hessischen Verwaltungsgerichtshof zulässig; sie ist binnen zwei Wochen einzulegen.

Marcel Buus
Stellvertretender Pressesprecher

Telefon (0611) 3261 - 3132
E-Mail: presseredaktion@vg-wiesbaden.justiz.hessen.de

Quelle

Volltextveröffentlichungen

Stand: 15.08.2017: Zu dieser Entscheidung liegt der Volltext noch nicht vor.



Sonntag, 6. August 2017

Fehlerhafte Umsetzung der Richtlinie 2014/23/EU über die Konzessionsvergabe


Richtlinie 2014/23/EU über die Konzessionsvergabe


Im Jahr 2014 wurde die Richtlinie 2014/23/EU über die Konzessionsvergabe vom Parlament und vom Rat der Europäischen Union verabschiedet. Diese Richtlinie hat einen neuen Rechtsrahmen für Konzessionsdienstleistungen geschaffen und findet auch auf Konzessionsdienstleistungen für Glücksspiele Anwendung.
Quelle

Demzufolge müssten auch Auftragsbekanntmachungen im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union bekannt gemacht werden. ((vgl. grow.ddg2.g.4(2017)2232177))

Die Richtlinie 2014/23/EU ist zwar pünktlich zum 18. April 2016 in Deutschland in Kraft getreten - diese wird jedoch durch die Behörden bei der Spielhallenkonzessionsvergabe noch nicht beachtet.
Quelle

Diese Konzessionsdienstleistungen für Glücksspiele wurden nach diesseitigem Kenntnisstand im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union nicht bekannt gemacht.

Die Kommission geht gegen Österreich wegen fehlerhafter Umsetzung der Richtlinie 2014/23/EU über die Konzessionsvergabe  vor.

Nachdem Österreich die Richtlinie 2014/23/EU nicht rechtzeitig in nationales Rechts umsetzte, wurde Österreich angedroht die Rechtsache zur Entscheidung an den Europäischen Gerichtshof zu verweisen.
Quelle