Mittwoch, 26. August 2015

Pressespiegel: Schmiergeldaffäre Franz Josef Strauß


Schmiergeld-Vorwürfe
Vorwürfe gegen Franz Josef Strauß - Kinder prüfen Klage


Nach dem Spiegel-Bericht, in dem dem früheren CSU-Chef und Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß die Annahme von „Schmiergeld“ vorgeworfen wird, prüfen dessen Kinder eine Klage.
Zu den Kunden gehörten unter anderem BMW, Daimler Benz und die Flick KG. Die Einnahmen der Firma zwischen 1964 und 1968 beziffert Siebenmorgen mit 490892 D-Mark. Sie seien korrekt versteuert worden. Und er stellt fest, dass Strauß seine Beratungstätigkeit jeweils ruhen ließ, sobald er ein Ministeramt innehatte.
Keine Korruption im strafrechtlichen Sinne
„Hinweise auf Korruption im engen, strafrechtlichen Sinne“, räumt auch der Spiegel ein, finden sich in den „exklusiven Quellen“ des Autors nicht. Umso mehr ärgert es offenbar die Kinder des früheren CSU-Chefs, dass ihrem Vater die Annahme von „Schmiergeld“, also Bestechlichkeit, unterstellt wird.
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Eine Abrechnung mit Franz Josef Strauß – Ein Buch pünktlich zu den Feierlichkeiten der CSU zu dessen 100. Geburtstag
Am 6. September feiert die CSU ihr großes politisches Vorbild, ihren „Übervater“ Franz Josef Strauß. An diesem Tag, vor 100 Jahren, ist Strauß auf die Welt gekommen. Strauß, eine der schillerndsten Figuren der deutschen Nachkriegsgeschichte, starb vor 27 Jahren, nachdem er während einer Hirschjagd in der Nähe von Regensburg bewusstlos geworden war. Franz Josef Strauß, der langjährige CSU-Parteichef, bayerische Ministerpräsident, Bundesfinanzminister der großen Koalition unter dem Kanzler Kurt Georg Kiesinger, gescheiterter Kanzlerkandidat der Union gegen den Bundeskanzler Helmut Schmidt(SPD). Strauß, Held oder Bösewicht? Edmund Stoiber, einer seiner politischen Schüler, pries ihn als „einzigartigen Politiker“ und  als „prägende Figur“ der CSU,  vor der er sich verneige.
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Tagebuch der Marianne Strauß
"Der übl. Wochenendsuff"

Nach außen hielt Marianne Strauß ihrem oft maßlosen Mann stets den Rücken frei. Nun belegen bisher unveröffentlichte Tagebuchnotizen, wie sehr die Eskapaden ihres Mannes sie verletzten - und wie wenig sie ihm vertraute.

Da war etwa der Alkohol. Wenn Strauß am Ende der Arbeitswoche von Bonn nach München flog, fuhr er nicht direkt zu seiner Familie in Rott, sondern legte noch in irgendeinem Lokal einen Stopp ein. Nicht selten arteten diese Treffen mit Parteifreunden und Bewunderern in nächtliche Gelage aus, wie zahlreiche Tagebucheintragungen seiner Frau belegen.

In weniger feinen Worten hielt sie fest, ihr Mann sei erst um "1h stockbesoffen" zum Wochenende eingetroffen. "Soff dann weiter", so eine kurze Notiz vom Folgetag.

Getrennte Welten
Sie dürfte das alles als Abenteuer empfunden haben. Ihr Mann sah die Verbindung nüchterner. "Ich habe gut geheiratet, nicht sehr gut, aber gut", schrieb er einem Freund kurz nach der Hochzeit.
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Schlötterer:  
„Strauß kannte keine Ehrlichkeit“, steht da auf Seite 158. Und wenige Zeilen danach: „Strauß kannte keinen Respekt. Nicht seiner Frau gegenüber, die schon bald nach der Heirat von Frauen- und Prostituiertengerüchten hören musste. Nicht Ministern gegenüber, die er anbrüllte wie Max Streibl, Karl Hillermeier und Prof. Hans Maier. Oder die er per Rufmord herabwürdigte wie Franz Heubl und Bruno Merk.“ Ein paar Zeilen weiter heißt es: „Strauß kannte keine Verantwortung. Andernfalls hätte er als Bundesverteidigungsminister in der hochgefährlichen Kuba-Krise nicht volltrunken in einem Gebüsch herumgelegen, es hätte die Beschaffungsaffären beim Aufbau der Bundeswehr nicht gegeben-und keine Spiegel-Affäre.“ Und weiter: „Strauß kannte keine Achtung vor dem Recht“, behauptet Schlötterer. Und: „Er kannte keine Disziplin.“

Strauß als Vorbild? Für Stoiber gewiss. Für Horst Seehofer ebenso. Strauß der Schöpfer des modernen Bayern.....
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"Strauß' Handeln war oft strafwürdig" 
Der ehemalige Sprecher von Franz Josef Strauß verteidigt den früheren Ministerpräsidenten gegen Vorwürfe. Godel Rosenberg gesteht aber auch, dass Strauß oft am Recht vorbei regierte.
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SZ vom 23. August 2015 von Heribert Prantl
Einer der nahm, was er kriegen konnte
Franz Josef Strauß war als Politiker verschlagen und prinzipienlos. Die CSU schwelgt dennoch gern in verklärten Erinnerungen - und wird sich auch von der Forderung, den Flughafen umzubenennen, nicht beirren lassen.
.....Sie belegen, was ein anderer Strauß-Kenner, der frühere SZ-Journalist Michael Stiller in seiner Analyse des "Systems Strauß" schon vor fünfzehn Jahren analysiert hat: "Der Freund der Industrie nahm, was er kriegen konnte, und er bekam reichlich - für die CSU und für sich selbst. Die Grenzen waren bei ihm fließend, und seinen ergebenen Anhängern war das ziemlich egal."
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SZ  vom 23. August 2015
Biographie über FJS
Wie die deutsche Wirtschaft Strauß alimentierte
Franz Josef Strauß war ein Freund des Geldes. Zu seiner Zeit war das nicht nur in der CSU Ausweis von zupackender Vernunft: "Der Mehrung seines Vermögens gibt er sich mit demselben Eifer hin, den er in der Politik walten lässt", hieß es in einer CSU-Broschüre. Schon Anfang der Sechzigerjahre rätselten Journalisten, woher er sein Vermögen habe, von sagenhaften elf Millionen Mark war die Rede. Wie Strauß' Reichtum sich von 1964 an mehrte, erhellt - zum Teil wenigstens - die in einigen Tagen erwartete Strauß-Biografie des Journalisten Peter Siebenmorgen, über die der Spiegel vorab berichtet: Strauß wurde von deutschen Konzernen heimlich alimentiert.
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taz vom 25. 8. 2015
A Krimineller war er scho’
Franz Josef Strauß war durch und durch korrupt.
Das gibt es so nicht mehr: Nun lassen sich Politiker erst nach ihrer Amtszeit belohnen.
Spannend dürfte auch der Kriminalfall Strauß sein, ein Fall politischer Wirtschaftskriminalität, dessen Protagonist sich nahezu hemmungslos bereichert hat.

Die jüngsten Enthüllungen, wonach er sich von Firmen wie Daimler-Benz, Bertelsmann, BMW und Dornier Geld auf das Konto einer Briefkastenfirma hat überweisen lassen, zeichnen das Bild weiter, das von Strauß längst existiert – das eines durch und durch korrupten Politikers.

Vielleicht, so mögen sich die jungen Menschen denken, sind die Zeiten ja vorbei, in denen sich Politiker in Deutschland zu Amtszeiten schamlos bereichert haben. Und sie werden sich gewiss wundern, dass ein großer deutscher Flughafen den Namen eines solchen Politpaten tragen darf.

Und in der Tat hat sich etwas geändert. Heute ist es so, dass Amtsträger erst nach dem Ausscheiden aus der Politik den Lohn aus der Wirtschaft einfahren, von dem sie glauben, er stehe ihnen zu. Exkanzler Gerhard Schröder ist das bekannteste Beispiel dafür. Vielleicht wird nach ihm dereinst ja auch ein Flughafen benannt.
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Durch die Amigo-Affäre wurde unter anderem bekannt, dass Strauß von dem millionenschweren Steuerflüchtling Eduard Zwick (1921–1998) Flugzeuge mit Luftfahrzeugkennzeichen wie D-FJSX oder D-EWKX gestellt bekommen hatte. Die Buchstabenfolge D-EWKX stand für „Er wird Kanzler“.
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Die Welt vom 24.08.15
Satire
Schmiergeldaffäre
Flughafen Franz Josef Strauß heißt nun Uli Hoeneß
Die bayerische CSU-Landesregierung reagiert auf die vollkommen überraschenden Schmiergeld-Enthüllungen über Franz Josef Strauß: Der Münchner Flughafen trägt ab sofort einen neuen Namen.
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SZ vom 23. August 2015:
Gleich nach dem Krieg lernte Strauß, dass halblegale Maßnahmen erfolgreich waren
Nach dem Krieg, als Landrat in Schongau, hat Strauß erlebt, dass man in der Wirtschaft mit unorthodoxen Maßnahmen Erfolg hat: "Organisieren" nannte man das damals. Schongau profitierte, er auch, also kamen alle gut weg. Selbstherrliche Kreativität war Straußens Methode. So hat er in Bayern gewaltet, und als Verteidigungsminister suchte er, damit zu reüssieren. Skandale waren unausweichlich.
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Autoren der SZ
Franz Josef Strauß  - Zu allem bereit
Video

Track 1: Mich können Sie nicht stoppen, ich bin da!
Ein Porträt in Originaltönen - Hörproben

ARD-Kontrovers
Die Franz-Josef-Strauß-Story 02.10.2013 | 20:03 Min. | Quelle: Bayerischer Rundfunk 2013
Vor 25 Jahren, am 3. Oktober 1988, starb Franz Josef Strauß. Verehrt und gehasst, Vorbild und Feindbild. Kaum ein Politiker hat je so polarisiert wie er. Die Kontrovers-Story über Mensch und Mythos Franz Josef Strauß.
Mediathek

FRANZ JOSEF STRAUSS:
DER PRIMUS

Eine Multimedia-Reportage mit Bildern, Stimmen und mit Spielszenen aus der gleichnamigen BR-Produktion.


Hintergrund

Tagesschau.de: "Schon lange gibt es die Vermutung, dass die CSU-Größe Franz Josef Strauß Schmiergelder aus der Industrie angenommen hat. Der "Spiegel" hat dafür nun offenbar Belege gefunden. Demnach kassierte Strauß über eine Briefkastenfirma viel Geld."
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SPON: CSU-Ikone Strauß kassierte Schmiergelder

Wilhelm Schlötterer : Meine Vorwürfe werden bestätigt
........ wird im Jahre 2015 aufgedeckt, was doch Bernt Engelmann in "Das neue Schwarzbuch über FJS" bei k&w schon 1980 in einer sauberen Dokumentation abgeliefert hatte.
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Deutschlandfunk vom 25.08.2015
Korruptionsvorwürfe gegen Franz-Josef Strauß
"Viel Lärm um nichts"

Der Ex-Chefredakteur der CSU-Parteizeitung "Bayernkurier", Wilfried Scharnagl, hat die aktuellen "Spiegel"-Enthüllungen über Franz-Josef Strauß als längst bekannt dargestellt. Das Bild des ehemaligen CSU-Ministerpräsidenten müsse nicht korrigiert werden. Die eigentliche Sensation sei vielmehr, dass der "Spiegel" seine zuvor jahrzehntelang erhobenen Vorwürfe gegen Strauß zurücknehme, sagte Scharnagl im DLF.
Wilfried Scharnagl im Gespräch mit Tobias Armbrüster
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CSU-Urgestein Scharnagl:
"Es ist Zeit für das große bayerische Aufbegehren"

Scharnagl, 76 Jahre alt, war 24 Jahre lang Chefredakteur des "Bayernkurier", der Parteizeitung der CSU, und ein enger Weggefährte von Franz Josef Strauß. So eng, dass Strauß einmal sagte: "Er schreibt, was ich denke, und ich denke, was er schreibt." Scharnagl ist sozusagen der Bewahrer des genetischen Codes der CSU.
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Wilfried Scharnagl: Mein Strauß.
Staatsmann und Freund

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: ars una; Auflage: 1., Aufl. (21. August 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3893918604
ISBN-13: 978-3893918607
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Merkur.de
FRANZ JOSEF STRAUSS
Zum 100. von FJS: Was ist dran an den alten Vorwürfen?

München - Korruption, Schmiergeld, Vetternwirtschaft: Pünktlich vor den Feiern zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß sind die alten Vorwürfe wieder da. Zeit für eine nüchterne Betrachtung.

Der „Spiegel“ hat die neuen Hinweise nicht alleine ausgegraben, sondern eine neue Biographie ausgewertet: „Franz Josef Strauß. Ein Leben im Übermaß“ des Journalisten Peter Siebenmorgen. Wie man hört, ist der Autor selbst nicht glücklich, dass sein eigentlich ausgewogenes Buch nun zu einer Art Anklageschrift gegen Strauß verwandelt wurde.

Denn: So neu, wie es den Anschein hat, sind die Vorwürfe nicht. Die gleichen Hinweise, die Siebenmorgen publiziert, tauchen im Wesentlichen auch im Buch von Horst Möller auf.....

Doch
„in der eigentlichen Frage, ob es Begünstigungen gegeben hat, lassen die vorliegenden Unterlagen kein Fehlverhalten erkennen“.
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DIE TAGESPOST 26.08.2015 15:40
Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur
„Er war eine hochkomplexe Natur“

Am 6. September jährt sich der Geburtstag von Franz Josef Strauß zum hundertsten Mal. Bis heute erhitzt der langjährige bayerische Ministerpräsident und Vorsitzende der CSU, der zuvor auf Bundesebene Minister für besondere Angelegenheiten, Atomfragen, Verteidigung und Finanzen war, die Gemüter. Doch: Wer war Strauß wirklich? Was war ihm wichtig – als Mensch, als Politiker? Ein Gespräch mit Professor Horst Möller, der jetzt mit dem Buch
„Franz Josef Strauß. Herrscher und Rebell“
(Piper-Verlag) die erste wissenschaftlich fundierte Biographie des Politikers vorgelegt hat Von Stefan Meetschen
........Was die Stasi-Akten angeht. Es gab fast 8 000 Betreffs über Strauß. Doch die sind fast alle vernichtet worden. Wir wissen nicht, was darin stand und kennen nur einen Bruchteil.......
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Akte des Ministeriums für Staatssicherheit
Nach Informationen des Magazins Focus aus dem Jahr 2000 soll das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz Anfang 1990 von Überläufern aus dem Ministerium für Staatssicherheit umfangreiche Dossiers des DDR-Geheimdienstes über westdeutsche Politiker, unter anderem auch Strauß, erworben haben. Hubert Mehler, damals Chef des bayerischen Verfassungsschutzes, habe zum Schutz von Strauß’ Ansehen dessen Stasi-Akten angekauft und in Absprache mit der Regierung vernichten lassen.
STASI: Treffpunkt Ziegelei. Focus Online. 15. April 2000.
Stasi-Akte über Strauß vernichtet?. Spiegel Online. 8. April 2000
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Wie der ehemalige Chef des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, der Historiker, Professor Horst Möller selbst ausführte (Merkur), hat er die „vorliegenden Unterlagen“ für seine Strauß-Biographie ausgewertet. Dass diese nicht vollständig waren, ergibt sich bereits aus den Ausführungen von Friedrich Zimmermann (SZ) und den Veröffentlichungen zur Vernichtung von Dokumenten. Hubert Mehler, damals Chef des bayerischen Verfassungsschutzes, habe zum Schutz von Strauß’ Ansehen dessen Stasi-Akten angekauft und in Absprache mit der Regierung vernichten lassen. (wikipedia)

Franz Josef Strauß: Herrscher und Rebell

Gebundene Ausgabe – 8. Juni 2015
von Horst Möller
Produktinformation
Gebundene Ausgabe: 832 Seiten
Verlag: Piper (8. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492056407
ISBN-13: 978-3492056403
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen  (Amazon)


Enttäuschung und Klischee ' die vergebene Chance einer fundierten Biographie von Franz Josef Strauß
Von Franz Meier am 8. Juli 2015
Format: Gebundene Ausgabe
Horst Möller hält Franz Josef Strauß für einen Großen, einen GANZ Großen. Wer dem nicht folgen mag, der ist für ihn ein armer Tropf, 'Linker' oder 'grün angestrichener Linker'. Werden und Wirken dieses bayerischen Ausnahmepolitikers (denn das war er ganz sicher) hat er nun in einer über 800 Seiten starken Biographie festgehalten. Der ersten wissenschaftlich fundierten, wie Verlag und Autor sich rühmen.

Doch leider ist das ganze Werk eine ziemliche Enttäuschung. Und zwar von Anfang bis Schluß. Das Entsetzen beginnt schon im Inhaltsverzeichnis........

Horst Möller hat ein gut recherchiertes, aber parteiisches Buch geschrieben.........
Von J. Fromholzer am 24. August 2015
Horst Möller hat eine gut recherchierte, wissenschaftliche Biographie über Strauß, den Politiker, weniger Strauß, den Privatmann, geschrieben; jedoch ist sein Buch sehr parteiisch. Seine Begeisterung für Strauß kommt mindestens in jedem 2. Satz zum Vorschein. Möller hätte sich - und dem gesamten Komplex Strauß - einen großen Gefallen getan, wenn er weniger oft seine persönliche Begeisterung für Strauß (so offensichtlich) zum Ausdruck gebracht hätte. Er macht das gut lesbare, auch spannende Buch damit angreifbar. Darüber hinaus erwähnt Möller ganz explizit, dass er mit den bisher erschienenen Biographien zum Thema Strauß nichts zu tun haben will; keine konnte bisher den "umfassenden schriftlichen Nachlass" (Zitat) auswerten. Seite 9..........

Auftragsarbeit
Von Ernst Medecke am 15. August 2015
Einerseits wirkt das Buch wie ein akribisch wissenschaftlich recherchiertes Werk, andererseits drängt sich der Eindruck einer Gedächtnisschrift im Auftrag der CSU-Landesleitung auf. Bei genauerer Betrachtung allerdings bleibt von wissenschaftlicher Akribie objektiv nicht viel übrig. Die Auflistung von vielen Quellen und noch mehr Fußnoten täuscht. Am meisten wird aus den unvollendeten aus dem Nachlaß des Verstorbenen herausgegebenen Memoiren zitiert. Auch die eigenen Werke des Autors nehmen in der Literaturauflistung fast eine ganze Seite ein. An diversen Stellen, wo ein Nachweis nötig gewesen wäre, fehlt ein solcher.

Personen werden willkürlich oft oder auch gar nicht zitiert. Selbst der Strauß-Intimus Wilfried Scharnagl stellt fest (CICERO Heft 8/15), dass Peter Gauweiler, einer der engsten Gefolgsleute des Verstorbenen, im Text überhaupt nicht erwähnt wird. Man fragt sich, ob die Auftragsarbeit gleichzeitig eine Abstrafung von Leuten beinhaltet, die bei den Auftraggebern der Gedächtnisschrift in Ungnade gefallen sind.
Augusto Pinochet wird einmal nebensächlich erwähnt, Alfredo Strößner, der Diktator aus Paraguay, der auch von Strauß besucht wurde, überhaupt nicht. Die ganzen Skandale, die Strauß sein Leben lang verfolgt haben, werden als "ach so beliebte Enthüllungsstories" abgetan. In jedem der genannten Fälle wird der Verstorbene weiß gewaschen. Auch rechnen kann der Autor nicht, wenn er behauptet, Strauß sei fast 13 Jahre Bundesminister gewesen. Die Zeit vom 20.Oktober 1953 bis zum Rücktritt im Dezember 1962 und dann die weitere Amtszeit von Dezember 1966 bis zum Oktober 1969 ergeben genau 12 Jahre.
Der Kreuzzug zur Zerschlagung der Bayernpartei wie auch die Spielbankenaffäre und die ertinstanzliche Verurteilung des CSU-Generalsekretärs Friedrich Zimmermann wegen Meineides werden kaum bzw. gar nicht erwähnt.
Die Ausführungen zur Spiegel-Affäre gehen nun völlig an der Realität vorbei. Ob ein Verteidigungsminister nicht alles versuchen musste, um mögliche Landesverräter im eigenen Haus zu finden, um weiteren Schaden für die Sicherheit der BRD zu verhindern, fragt der Autor. Bei Gefahr im Verzug sei es doch egal, ob die Verhaftung von Ahlers so oder durch das Bundeskriminalamt und die spanischen Behörden erfolgt wäre. Der Autor versucht allen Ernstes darzustellen, dass nicht bewiesen werden könne, dass Strauß das Parlament belogen habe.
Strauß habe Honorareinnahmen gehabt. Was das war, bleibt außen vor. Es dauert gerade einmal 300 Seiten, dann geht der Autor unter die Gürtellinie. Er spricht von als "nicht nur von Strauß selbst angesehenen Figuren wie Bernt Engelmann, Günter Wallraff und andere..." Knapp 200 Seiten weiter wird der langjährige Vorsitzende des Schriftstellerverbandes VS dann als "bekennender kommunistischer Strauß-Hasser" bezeichnet.
Die "Sonthofener Rede" vom November 1974 wird als ein völlig unredigierter Text dargestellt, genauso verstümmelt wiedergegeben wie der Trennungsbeschluss von Kreuth und die "Wienerwaldrede". All die Zitate, die öffentliche Empörung ausgelöst haben, werden weg gelassen. Der Autor ist sich nicht zu schade, seine eigene Fleißarbeit in Frage zu stellen. Immer wieder und wieder werden Wertungen vorgenommen, die zu einer Jubelrede auf einem Festakt passen, jedoch nicht zu einer wissenschaftlichen Biographie. Bei Hartmut Soell, einem bekennenden Sozialdemokraten, fehlen derartige Peinlichkeiten sowohl in der zweibändigen großen Biographie über Helmut Schmidt wie auch in den beiden Bänden über Fritz Erler. Ständig wird auf Gutachten verwiesen, die Strauß reinwaschen sollen. Die Grenze zwischen Legalität und Legitimität verschwimmt. Der Autor verkennt schlicht, dass nicht alles, was erörtert wird, aber Strauß nicht als Verfehlung nachgewiesen werden kann, moralisch integer ist. Für die Spiegel-Redakteure allerdings gilt das Umgekehrte: Es war nur ein Freispruch zweiter Klasse, mangels Beweisen, aber nicht wegen erwiesener Unschuld.
Ein unvoreingenommener Autor könnte aus dem vorliegenden Material ein gutes Buch machen.
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Rezension über Strauß-Biographie
Wolfgang Schäuble über Franz Josef Strauß
Von Wolfgang Schäuble
Gnadenlos, überempfindlich stur: Eine Biografie über Franz Josef Strauß verschweigt nichts.....
Das Buch ist intensiv aus den Quellen heraus gearbeitet. Peter Siebenmorgen, Politikwissenschaftler, Journalist, Autor, und dem Verfasser dieser Rezension vor zwanzig Jahren bei einem Buch zur Hand gegangen, hatte Zugang zum Nachlass von Franz Josef Strauß, auch zu den Tagebüchern seiner Frau Marianne. Siebenmorgen bereitet das alles auf – mit treffendem Blick fürs erhellende Detail und feinem Sinn fürs Psychologisch-Menschliche.
....... nicht den übermäßigen Alkoholkonsum, die Ehe-Nöte seiner Frau Marianne, die politischen Affären, Gerüchte und Vorwürfe, die seine Karriere begleiteten. Im Zusammenhang des Strauß’schen Geheimprojekts der Rüstungslieferungen an Israel......
Peter Siebenmorgen: Franz Josef Strauß. Ein Leben im Übermaß. Siedler Verlag, München 2015. 768 Seiten, 29,99 Euro.
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Franz Josef Strauß: Ein Leben im Übermaß
von Peter Siebenmorgen
Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
Verlag: Siedler Verlag; Auflage: 2 (27. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 382750080X
ISBN-13: 978-3827500809
Größe und/oder Gewicht: 16,1 x 5 x 23,5 cm

Politik als Urgewalt Die große Biographie zum 100. Geburtstag

Er war viermal Minister, fühlte sich zum Kanzler berufen, aber das mächtigste Amt blieb ihm versperrt. Und doch: Ohne Franz Josef Strauß wäre die Geschichte der Bundesrepublik eine andere. Seine Karriere war stürmisch wie sein Wesen – auf einen raketenhaften Aufstieg folgte der jähe Absturz. Er war Star der Großen Koalition, Einpeitscher der Opposition, verlor gegen Helmut Schmidt und endete als trauriger König in Bayern.

Für seine Biographie, die auf jahrelangen, umfangreichen Recherchen basiert, hatte Peter Siebenmorgen uneingeschränkten Zugang zum Strauß-Nachlass und zu vielen weiteren exklusiven Quellen. Er zeichnet darin ein ebenso überraschendes wie leidenschaftliches Bild des bayerischen Machtmenschen, jenseits von vielen Klischees.
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Weitere Bücher:

Macht und Missbrauch: Von Strauß bis Seehofer

Ein Insider packt aus
Der Bestseller über Amigos und Affären der Politik
Wilhelm Schlötterer (Autor)  

Wahn und Willkür: Strauß und seine Erben oder wie man ein Land in die Tasche steckt
Wilhelm Schlötterer (Autor)
Die skrupellosen Machenschaften von Politik und Justiz
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ergänzt am 27.08.2015